50 Jahre Jubelfest

Zeitungsbericht für Samstag, den 30. April 2011

 

Die Geschichte des Schützenvereins Schleupe vom silbernen zum goldenen Vereinsjubiläum

 

Im Jahr 1936 konnte der Verein sein 25–jähriges Vereisjubiläum feiern.

Wegen mangeln der Literaturhinweise wird auf das beigefügte Gruppenfoto verwiesen.

Der zweite Weltkrieg brachte unsägliches Leid auch über die Schleuper Schützenfamilie. Fast jede Familie hatte den Verlust von lieben Angehörigen zu beklagen. So war auch der Neubeginn für den Schützenverein sehr schwer . Aber schon 1947 lief das Vereinsleben wieder an, bereits im Mai 1948 wurde das

1. offizielle Nachkriegsschützenfest bei Stockmann gefeiert. Gewehre durften nach dem Krieg auf Grund von Verordnungen der Alliierten nicht verwendet werden, die Schützenbrüder mussten sich mit der Armbrust begnügen.

 

Da die alte Vereinsfahne im 2. Weltkrieg die alte Vereinsfahne von 1912 vernichtet

worden war, wurde nach dem Krieg eine neue Fahne beschafft. Diese wurde 1950

feierlich geweiht. An der Fahnenweihe – als besonderer Glanzpunkt im Vereinsleben – nahmen viele benachbarte Vereine teil. Die Fahnenweihe 1950 wird in einer besonderen Festschrift ausführlich gewürdigt.

 

Einem Zeitungsbericht von 1950 zufolge , hatte der Schützenverein Schleupe bei einer Versammlung beschlossen, allen Spätheimkehrern aus Kriegsgefangenschaft 50 DM zu übergeben. Auch hiermit wird die positive soziale Einstellung der Schleuper Schützen nachgewiesen.

 

Das stake Interesse am Schleuper Schützenverein zeigte sich insbesondere 1959 . In diesem Jahr stieg die Mitgliederzahl des Vereins auf 196 an. Im Jahr 1961 kann der Schützenverein auf seine 50 – jährige Vereinsgeschichte zurückblicken. Mit einem großem Jubelfest feierte die gesamte Scheupe diesen Geburtstag. Viele befreundete Vereine waren erschienen und sprachen dem Verein ihre

Glückwünsche aus. Im Jubeljahr war August Bischoff 1. Vorsitzender, der sich u.a. große Verdienste um die Schleuper Schießgruppe erwarb. August Bischoff war

auch maßgeblich an der Gründung  der Schützengemeinschaft Rheine im Jahr 1962

beteiligt (hierüber wird noch in einem  besonderen Artikel berichtet).

 

Im Juni 1961 wurde dann der 50 ste Geburtstag des Schützenvereine Schleupe würdig begangen. Hierüber berichtet die Münsterländische Volkszeitung (Auszug):



Klaus Rübenack

Gespräch mit älteren Ehrenmitgliedern

Zeitungsartikel für Samstag , den 02. Mai :

 

Gespräch mit einigen älteren Ehrenmitgliedern aus dem Jahr 1976 über das

frühere Schleuper Vereinsleben und die Vereinsgründung

 

An einem  Frühlingsabend des Jahres 1976 hatte unser 1. Vorsitzender Berni Stöber  einige ältere Schützenbrüder zu einem Gespräch mit dem Vorstand eingeladen. Man wollte erfahren wie unser Verein gegründet wurde, wie früher Schützenfeste gefeiert wurden und was es wesentliches aus dem Vereinsleben zu berichten gäbe. Im folgenden einige Ausschnitte aus den Gesprächen:

 

Frage: Wie kam es zur Gründung des Schützenvereins?

 

Seegers: Cornelius Westen und Georg Beckmann waren auf dem Schützenfest der Bannewiese. Sie mussten den Saal verlassen, da die Bannewieser nur Mitglieder feiern ließen. Da sie ja selbst Mitglieder werden konnten, durften sie nicht zum Schützenball eingelassen  werden. Viele Junggesellen, die gerne  den Bannewiesern beigetreten wären, konnten keine Aufnahme finden, da die  Bannewieser verlangten, man müsse im Umzug Frack und Zylinder tragen. Welcher Junggeselle hatte schon einen Frack?  So besprachen die zwei die Gründung eines eigenen Schützenvereins und weihten noch mehrere Kollegen in ihre Pläne ein. Schon kurze Zeit nach der Gründungsversammlung konnte

dann das erste Schützenfest bei Hölscher gefeiert werden.

 

Foullois: Auch viele ehemalige Bannewieser ließen sich in den Schützenverein Schleupe“ eintragen.

 

Seegers: Die Versammlungen fanden damals immer am Sonntag gegen 17.00 Uhr statt.

 

Foullois: Sie wurden sehr streng durchgeführt, jeder, der sich zu einem Problem äußern wollte, musste

beim 1.Vorsitzenden um das Wort bitten.

 

Seegers: Auch die Vorstandssitzungen waren sehr streng – wer zu spät kam, musste 50 RPf. Strafe

bezahlen.

 

Seegers: Unser erster Beitrag für die Mitgliedschaft betrug 4 RM pro Jahr.

 

Frage:  Wie waren früher die Umzüge?

 

Seegers: Bei den Umzügen wurde stramm marschiert. Erst ging es durch den gesamten Vereinsbezirk,

dann über die Heinrichstraße, Neuenkirchener Straße nach Prax.

 

Seegers: Wir hatten früher nicht soviel Musik – 3-4 Mann mit Trommeln und Trompeten.

 

Foullois: Später hatten wir jedoch Musikkapellen.

 

Seegers: Ja, und dann auch noch die „Knüppeljungs“ von Sutrum-Harum.

 

Seegers: In den 20er und 30er Jahren ritten unsere Offiziere noch auf Pferden.

 

 

.Frage:  Im Jahr 1912 wurde eine Theaterabteilung gegründet. Welche Aufführungen gab es?

 

Bültel: Es wurden vor allem volkstümliche, lustige Stücke aufgeführt „Am Rande des Verderbens“ „Durch Bruderliebe gerettet“ „Die Soldatenliebe im Schilderhaus“. Die Stücke wurden für die Mitglieder im Saale des Gastwirts Prax aufgeführt. Schon das Proben dieser Stücke brachte sehr viel Stimmung.

 

Frage:  Wie wurde früher der König ermittelt?

 

Seegers: Unser erster König wurde gewählt – wir mussten ja beim ersten Schützenfest einen König ausholen.

 

Foullois: Wir haben immer auf Scheiben geschossen.

 

Dütz: Wir hatten schon mal vor eine Vogelstange zu bauen – hat aber nie geklappt.

 

Volmer: Der erste König nach dem zweiten Weltkrieg wurde, da das Schießen mit Gewehren verboten war, mit der Armbrust ermittelt.

 

Foullois: Die Gewehre und die Ausrüstung der Offiziere habe ich in den letzten Tagen des 2.Weltkrieges vor den einrückenden TOMMYS versteckt.

 

Frage: Welche Feste, außer dem Schützenfest, gab es noch auf der Schleupe?

 

Seegers: Jahrelang führten wir am 2.Weihnachtstag einen Weihnachtsball durch, da hat sich der Verein immer finanziell saniert.

 

Foullois: Damals gab es ja noch eine strenge Adventszeit ohne jegliche Feiern. So waren die Leute an Weihnachten froh, wieder einmal Tanzen gehen zu können.

 

Dütz: Wir feierten doch immer bei Prax - auch die Dorenkämper feierten dort, die waren stets neidisch auf unsere guten Einnahmen. Einmal waren sie uns zuvorgekommen und hatten selbst den Weihnachtsball organisiert.

 

 

Frage: Was war bzw. ist das Schönste am ganzen Schützenfest?

 

Alle: Der Frühschoppen!!

 

Seegers: Früher wurde der Frühschoppen immer beim neuen König gefeiert.

 

Seegers: Meistens saßen wir in Gartenlauben oder auf dem Hof.

 

Foullois: Wir machten doch Montags auch immer eine Kinderbelustigung.

 

Bültel: Einige Male wurde auch ein richtiges Kinderschützenfest mit Königschießen, Umzug usw. durchgeführt.



Gesprächsrunde 1976 mit dem damaligen 1. Vorsitzenden B. Stöber (Mitte) und den Ehrenmitgliedern Fr. Foullois (links) und  B. Seegers .



Klaus Rübenack

Geschichte des Schützenvereins Schleupe

Im Frühsommer 1911 trafen sich einige Schleuper Bürger, um die Möglichkeiten der Gründung eines eigenen Schützenvereins für die Schleupe zu beraten . Man einigte sich dabei, die Gründungsversammlung für den 25. Juni 1911 einzuberufen Tagungsort sollte das Lokal Hölscher (Frankenburg ) sein . Allen Erwartungen zum Trotz erschienen auf der Gründungsversammlung 48 Schleuper Männer, und legten hier den Grundstein für den Schützenverein Schleupe. Zum 1. Vorsitzenden wurde Heinrich Bültel gewählt, unter ihm arbeiteten Cornelius Westen, Gerhard Dütz , Karl Olfen und Georg Beckmann im Vorstand. Die weitere Entwicklung des Vereins nahm dann einen rasanten Verlauf. Nachdem bereits am 11. Juli 1911 die Vereinssatzungen von der Polizeiverwaltung Rheine genehmigt wurden, konnte bereits am 13. August 1911 das erste Schützenfest auf der Frankenburg gefeiert werden. Zum 1. König wurde der Schützenbruder Bernhard Roß gewählt.



Durch Spenden der Vereinsmitglieder konnte schon bald eine Vereinsfahne beschafft werden, die dann am beim zweiten Schützenfest im Sommer 1912 feierlich geweihtwurde. Schon damals spendeten die Vereinsdamen eine Fahnenschleife für die neue Vereinsfahne. Ebenso wurde im Jahre 1912 zur Unterhaltung der Mitglieder und ihrer Mitglieder eine Theatergruppe gegründet. Durch vermehrte Mitgliederbeiträge war es schon in in den Gründerjahren möglich, sämtliche Ausrüstungsgegenstände für die Offiziere zu beschaffen. Im Jahre 1913 erfolgte die Gründung einer Gesangsabteilung, welche später in dem Gesangsverein “Liederkranz“ aufging.

 

Der 1. Weltkrieg brachte viel Leid über die Schleuper Schützenbrüder und deren

Angehörige. Durch die Einberufungen zum Kriegsdienst war auch das Schleuper Vereinsleben weitgehenst lahmgelegt.

Bereits ein Jahr nach Kriegsende wurde im Jahr 1919 auf der Schleupe wieder

ein Schützenfest gefeiert. Dabei schoss - zur Freude aller Schützenbrüder – der

erst 20-Jährige Josef Dütz den Vogel ab.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde auch die Gefallenen – und Totenehrung eingeführt, welches aus Verpflichtung und Anerkennung gegenüber unseren Verstorbenen bis heute  beibehalten wurde!

 

Im Jahr 1936 konnte der Verein sein 25 – andere jähriges Vereisjubiläum feiern

nalsozialisten waren bereits drei  Jahre an der Macht. Ihnen war, wie auch

gewachsene Kulturgüter,  das Traditionsbewusstsein  der Schützenvereine und die

Schützenromantik ein Dorn im Auge. Im Rahmen der “ Gleichschaltung  “ und zur Kriegsvorbereitung verordnete Schießübungen abhalten mussten wurden die Schützenvereine in “ Wehrsportgruppen “ umfunktioniert ,

Über das Schützenwesen im Nationalsozialismus wird später noch berichtet.

Mitbegründer und erster 1. Vorsitzender über viele Jahre  Heinrich Bültel  im Kreise einiger Schützenbrüder anlässlich seines 80-jährigen Geburtstages.

 

Im Bild stehend von links:

die Schützenbrüder  H. Woltering und Cl. Beckmann –

 

sitzend die Schützen:

B. Seegers, H. Risau, Fr. Foullois, das Geburtstagskind Heinrich Bültel und J. Voss.



Klaus Rübenack